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Gewalt gegen Frauen schockt Italien

In den vergangenen Tagen sind in Italien gleich mehrere Fälle brutaler Gewalt gegen Frauen bekannt geworden.

 

Ein 56-Jähriger aus Santa Maria Capua Vetere bei Caserta hat am Montag seine Ehefrau mit einem Baseball-Schläger angegriffen und sie schwer verletzt. Die Frau wurde ins Krankenhaus von Caserta eingeliefert und schwebt in Lebensgefahr. Der Mann, der anfangs die Flucht ergriffen hatte, stellte sich am abend der Polizei.

 

Mit schweren Wunden ist am Montag außerdem eine Frau polnischer Abstammung davongekommen, die in Lamezia Terme in Kalabrien lebt. Die 40-jährige Mutter zweier Kinder wurde nach einem Streit von ihrem Mann mit Messerstichen verletzt. Sie wurde mit Wunden an der Brust ins Spital eingeliefert, schwebt jedoch nicht in Lebensgefahr. Der Mann wird noch von der Polizei gesucht.

 

Inzwischen hat sich in Kalabrien Giuseppe Pilato gestellt, der für den Mord an seiner Frau Mary Cirillo vergangene Woche verantwortlich gemacht wird. Der sichtlich verwirrte Mann antwortete auf viele Fragen der Staatsanwälte über seine Flucht in den letzten fünf Tagen nicht. Die Pistole, mit der er seine Frau erschossen hatte, wurde bisher nicht gefunden.

 

Am Sonntag spielten sich im römischen Viertel Eur Szenen wie aus einem Horrorfilm ab. Ein maskierter, in einen Militäranzug gekleideter Mann drang in den Partykeller einer Villa ein und enthauptete die 36-jährige Bedienstete. Im Krankenhaus erlag der Killer schließlich seiner Schusswunde durch die Polizei.

 

stol/mit unter www.stol.it vom 25.08.2014

 

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Gegen Gewalt an Frauen: Konvention von Istanbul in Kraft

Bozen - Mit diesem Freitag, 1. August, tritt auch in Italien die Konvention von Istanbul zur „Verhütung und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt“ in Kraft.

 

SVP-Landesfrauenreferentin Renate Gebhard hat sich bereits 2013 dafür stark gemacht, dass Italien das Übereinkommen ratifiziert. „Immer noch ist häusliche Gewalt ein Tabu-Thema, das wir in den privaten Bereich abschieben. Damit ist das Problem jedoch nicht gelöst, vielmehr gilt es, Opfer zu ermutigen, Straftaten anzuzeigen und die Gesellschaft für dieses nach wie vor akute Thema zu sensibilisieren“, so SVP-Landesfrauenreferentin Renate Gebhard.

 

Auf welchem Niveau sich häusliche Gewalt und Gewalt gegen Frauen abspielen, zeigt die im März 2014 erschienene Studie der Europäischen Grundrechteagentur FRA. Laut Studie wird jede dritte Frau im Laufe ihres Lebens Opfer von Gewalt. „Diese Zahl ist allarmierend. Dass der Europarat hier einen gemeinsamen und konsequenten Weg einschlägt, ist mehr als begrüßenswert“, unterstreicht Gebhard das Inkrafttreten der Konvention. Neben Sensibilisierungsmaßnahmen und der finanziellen Unterstützung von Frauenhäusern und Beratungsinstitutionen fordert die Konvention von den Vertragsparteien eine klare Botschaft an die Medien: Respekt und Würde der Frauen sollen auch im Kommunikationssektors gewahrt werden und damit Gewalt vorbeugen.

 

Im Zusammenhang mit diesem sensiblen Thema verweist die SVP-Kammerabgeordnete auch auf das letzte Woche in der Abgeordnetenkammer verabschiedete Dekret zur neuen U-Haft-Regelung, welches aufgrund von mehrfachen Abmahnungen vonseiten der EU wegen der überfüllten Haftanstalten notwendig war. Dieses sieht grundsätzlich vor, dass bei Delikten mit einer Höchststrafe von bis zu drei Jahren Haft die Untersuchungshaft nur noch als letzte Option angewandt wird. Die Regel soll die Sicherheitsverwahrung zu Hause sein, also Hausarrest.

 

Um aber den Schutz von Frauen und Kindern vor sexueller Gewalt, Misshandlungen in der Familie und Stalking zu gewährleisten, wurden für diese Fälle nach entsprechenden Eingaben im Parlament Ausnahmen vorgesehen: Die Untersuchungshaft wird hier nach wie vor angewandt.

 

„Auch in Südtirol gibt es Gewalt gegen Frauen. Wie hoch die Dunkelziffern sind, weiß niemand genau“, gibt die Landesfrauenreferentin zu bedenken. Die im Juni erschienene ASTAT-Studie über die Kontaktstellen gegen Gewalt und Frauenhäuser habe gezeigt, dass sich das Vorhandensein einer Struktur auf die Bereitschaft der Frauen auswirkt, Hilfe zu suchen. Dennoch ergreift laut ASTAT nur jedes vierte Opfer in Südtirol selbst die Initiative und wendet sich an ein Frauenhaus. „Gewalt gegen Frauen ist kein Kavaliersdelikt, sondern ein Verbrechen. Es gilt, Frauen dazu zu ermutigen, diese Verbrechen anzuzeigen und damit aus dem Tabubereich herauszubringen“, so Landesfrauenreferentin Renate Gebhard.

 

Von: ©lu - südtirolnews.it vom 31.07.2014

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"Beunruhigende Zahlen zur Gewalt an Frauen"

Bozen - Als alarmierend bezeichnet SVP-Landesfrauenreferentin Renate Gebhard die vom ASTAT herausgegebenen Statistiken in Bezug auf Familienberatung, Kontaktstellen gegen Gewalt und Frauenhäuser: Im Jahr 2013 wurden fast 200 Personen in den fünf Frauenhäusern mit rund 40 Wohnungen oder Zimmern aufgenommen bzw. wieder entlassen – etwa die Hälfte davon waren misshandelte Frauen, die andere deren minderjährigen Kinder. „Neben der Begleitung und Betreuung der Opfer ist vor allem eine noch stärkere gesellschaftliche Sensibilisierung für die Gewalt gegen Frauen gefragt. Nur damit kann das Selbstbewusstsein der Betroffenen gefördert werden und diese darin bestärken, Gewaltausübung jeglicher Art zur Anzeige zu bringen“, betont Renate Gebhard.

 

„Häusliche Gewalt ist vor allem deshalb ein Problem, weil sie aufgrund fehlender Strafanzeigen selten strafrechtlich verfolgt werden kann“, gibt Gebhard zu bedenken. Gebhard hat sich im Mai 2013 dafür stark gemacht, dass Italien die Europarats-Konvention von Istanbul „Zur Verhütung und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt“ ratifiziert. Diese Konvention tritt mit 1. August 2014 in Kraft. „Dabei geht es nicht ausschließlich um die Verfolgung der Täter, sondern vor allem um Prävention und Sensibilisierung“, betont die Landesfrauenreferentin. Dies sei wichtig, um das Selbstbewusstsein der Betroffenen zu stärken, damit Opfer jegliche Gewalt zur Anzeige bringen und Schutzmaßnahmen in Anspruch nehmen.

 

Die weltweit umfassendste Statistik zur Gewalt gegen Frauen legte die EU-Grundrechte-Agentur (FRA) im März 2014 vor. „Ihr zufolge wird jede dritte Frau in der EU im Laufe ihres Lebens Opfer von Männergewalt“, unterstreicht Gebhard die Bedeutung des Problems.

 

Von: ©mk - südtirolnews.it vom 16.06.2014

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Kontaktstellen gegen Gewalt und Frauenhäuser - 2013 - Astat

In Südtirol gibt es fünf Frauenhäuser und vier Kontaktstellen gegen Gewalt. Die fünf Häuser sind Wohneinrichtungen mit 40 Wohnungen (oder Zimmern): Diese sind für Frauen, die Opfer von Gewalt wurden, vorgesehen. Weitere Plätze stehen für ihre Kinder zur Verfügung, sodass insgesamt 100 Betten angeboten werden. Am 31.12.2013 halten sich 34 Frauen (die minderjährigen Kinder sind nicht mitgezählt) in den Einrichtungen auf. Im Laufe des Jahres wurden jedoch fast 200 Personen aufgenommen bzw. wieder entlassen. Etwa die Hälfte davon sind misshandelte Frauen, die andere Hälfte ihre Kinder. In vielen Fällen beträgt die Aufenthaltsdauer wenige Monate (49,2% der Frauen bleibt weniger als drei Monate), aber es gibt auch längere Aufenthalte: 7,6% der Betreuten leben länger als ein Jahr in der Einrichtung. Die Aufenthaltsdauer hängt auch von der Herkunft der Frauen ab: Ausländische Frauen ohne ausreichendes soziales Netzwerk (Verwandte und Freunde) benötigen dringender einen „Zufluchtsort“, während für italienische Staatsbürgerinnen häufig die Unterstützung durch die Kontaktstelle gegen Gewalt ausreicht. Der Prozentanteil der italienischen Staatsbürgerinnen bei den Kontaktstellen ist sehr viel höher als bei den Frauenhäusern. Die Opfer von Gewalt fallen überwiegend in die mittleren Altersklassen. Weiters ist zu berücksichtigen, dass das Alter bei der Eheschließung oder dem ersten Zusammenziehen gestiegen ist und dass deshalb, da der Gewalttäter fast immer der Ehemann oder Lebensgefährte (oder der „Ex“) ist, Gewalt bei den unter 30-Jährigen weniger häufig vorkommt. Weitere Gründe sind möglicherweise das „Zögern“ der Frauen, um Hilfe zu bitten, oder die Tatsache, dass Gewalt nicht in den ersten Phasen der Beziehung auftritt. In drei von vier Fällen kommt es nach der Geburt der Kinder zu Gewalterfahrungen. In Bezug auf die territoriale Verteilung in Grafik 11 ist die geringe Anzahl (im Vinschgau werden insgesamt 11 Fälle gemeldet) und die daraus folgenden Schwankungen zu berücksichtigen. Weiters scheint sich das Vorhandensein einer Einrichtung im jeweiligen Gebiet auf die Bereitschaft auszuwirken, Hilfe zu suchen. Auch die Ansässigkeit in einer Stadtgemeinde scheint den Frauen Mut zu geben, sich an eine Einrichtung zu wenden. Dieser Wert drückt somit nicht unbedingt den Anteil der Gewalttaten aus, sondern eher den Anteil der Sichtbarkeit des Phänomens: Schätzungsweise wendet sich nur eine je zwanzig Frauen mit Gewalterfahrungen an eine Kontaktstelle gegen Gewalt des Landes. Der höhere Ausländeranteil in der Landeshauptstadt könnte auch eine Rolle spielen. Insgesamt scheint es, als ob es im Osten Südtirols häufiger zu Gewalt gegen Frauen kommt als im Westen und Süden des Landes. Etwa jede vierte Frau (22,1%) ergreift selbst die Initiative und wendet sich an ein Frauenhaus. In 14,2% der Fälle kommen Bekannte der Frau zu Hilfe, während die Familie nur in 4,0% der Fälle etwas unternimmt. Die Zuweisung erfolgt weiters durch die anderen Sozialeinrichtungen in Südtirol, 1,3% durch Dienste außerhalb des Landes. In jedem siebten Fall werden die Justiz oder die Ordnungskräfte aktiv.

Die Verteilung der Staatsbürgerschaften des Paares Gewalttäter-Opfer unterscheidet sich nur wenig von den Häufigkeiten der Eheschließungen in der Gesellschaft. Die Fälle von Gewalt bei Paaren, wo beide Partner italienische Staatsbürger sind, haben zugenommen (von 45,5% im Jahr 2012 auf 56,6% im Jahr 2013), auch wenn dieser Anteil noch unter dem entsprechenden Wert in der Gesamtbevölkerung liegt. Es sticht vor allem hervor, dass 31,9% der Opfer arbeitslos sind. Dieser Wert ist deutlich höher als jener der Südtiroler Gesamtbevölkerung (die Arbeitslosenquote der Frauen beträgt 5,0%).

 

Quelle: Astat Info, Nr. 39, 06/2014 unter www.provinz.bz.it/news/de/news.asp

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Kampagne gegen "Frauenmassaker"

30. April 2012, 11:48

Rom - In Italien wächst die Sorge wegen zunehmender Gewalt gegen Frauen. Nachdem seit Jahresbeginn 54 Frauen von Ehemännern oder Lebensgefährten ermordet wurden, beginnt die Frauenbewegung "Wenn nicht jetzt, wann?" mit einer landesweite Kampagne gegen das "Frauenmassaker". Die Bewegung startete eine Unterschriftensammlung gegen die eskalierende Gewalt gegen Frauen. Der Appell wurde von namhaften Intellektuellen, PolitikerInnen und JournalistInnen unterzeichnet."Als Mann schäme ich mich für diese Gewaltwelle gegen Frauen. Wir müssen alle zusammen etwas dagegen unternehmen", sagte der Vorsitzende der Demokratischen Partei (PD), Italiens zweitstärkster Koalitionspartei, Pierluigi Bersani.

80 Prozent der Täter ein Angehöriger

Die Organisatorinnen der Kampagne sprachen von einem "Massaker an Unschuldigen". Sie planen eine Kampagne, um weiblichen Gewaltopfern konkrete Hilfe anzubieten. "Das Problem betrifft nicht nur Italien. Gewalt ist die häufigste Todesursache bei Frauen zwischen 15 und 60 Jahren", sagte eine Sprecherin der Bewegung. In 80 Prozent der Fälle sei der Täter ein Angehöriger oder eine Person aus dem Bekanntenkreis. Frauenschutzverbände riefen die Gesundheitsbehörden auf, PsychologInnen einzusetzen, um Konflikte zwischen Partnern zu vermindern. Die bisher höchste Zahl an Frauenmorden gab es in Italien 2006, als 195 derartige Verbrechen registriert wurden. In Italien wird fast jeder vierte Mord innerhalb der Familie verübt. In den meisten Fällen wird von Eifersucht als Motiv ausgegangen. (APA, 30.4.2012)


Was sagt die internationale Presse?

 

PANORAMA 24.11.2006

von Tiziana Sforza; Übersetzung: Marina Becker

 

ZUHAUSE GESCHLAGEN, VON DER GESELLSCHAFT VERGESSEN

 

Zwischen 700 und 900 Frauen sterben in Europa jährlich an den Folgen häuslicher Gewalt.

 

 

Gewalt gegen Frauen ist in Europa ein großes Problem. Im Juni 2005 veröffentlichte der Vize-Präsident der europäischen Kommission Franco Frattini Daten, nach denen jährlich zwischen 700 und 900 Frauen an den Folgen gewalttätigen Verhaltens ihrer Partner sterben. Wie ist die Situation in den einzelnen Mitgliedsstaaten der Europäischen Union?

Italien – Frauen fügen sich in die Opferrolle?
In Italien findet die Gewalt gegen Frauen innerhalb der eigenen vier Wände statt. In einer Erhebung des italienischen Statistikinstitutes Istat aus dem Jahr 2004 bestätigten 55 Prozent der italienischen Frauen zwischen 14 und 59 Jahren, Gewalt erlitten oder Opfer versuchter Gewalt geworden zu sein. In jedem fünften Fall ging die Gewalt dabei von den Ehemännern oder Lebenspartnern aus, noch häufiger (24 Prozent) von Freunden, Verwandten und Bekannten. In nur dreieinhalb Prozent der Fälle waren es Unbekannte, die zuschlugen.
Paradoxerweise machen sich die Frauen zu Komplizinnen der schlagenden Männer: 90 Prozent der Opfer verzichteten auf eine Anzeige bei der Polizei. Die Gründe für diese Zurückhaltung sind die nach wie vor chauvinistische Kultur Italiens, und die psychische Abhängigkeit und Gleichgültigkeit, die diesem Problem von der Gesellschaft immer noch entgegen gebracht wird.
In Italien ist die sexuelle Gewalt erst seit 1996 eine Straftat. Nun ist die italienische Regierung tätig geworden. Die damalige Ministerin für die Gleichstellung der Frauen, Barbara Pollastrini, hatte mit einem “Anti-Gewalt”- Gesetzespaket eine Verschärfung der Strafen für Sexualstraftaten vorgeschlagen. Die Mindeststrafen für Vergewaltigung sollen erhöht und die Strafmilderung in schweren Fällen aufgehoben werden.

Frankreich – jeden Monat sterben sechs Frauen
Im August 2003 war sie das Thema Nr. 1 in den französischen Medien: die Schauspielerin Marie Trintignant starb infolge der Schläge ihres Lebensgefährten Bertrand Cantat, Sänger der Rockband Noir Desir. Nach im selben Jahr erhobenen Daten starben in Frankreich monatlich sechs Frauen an den Folgen der Gewalt ihrer Partner. Ein Drittel der Frauen wurde erstochen, ein Drittel mit Schusswaffen getötet. Jede fünfte wurde erdrosselt, jede zehnte zu Tode geprügelt. Bei den Tätern handelt es sich in der Mehrheit um Männer in gehobenen beruflichen Positionen: Führungskräfte (67 Prozent), Angestellte (25 Prozent), Polizisten und Soldaten.

Spanien – Staatsanwalt gegen Männer-Gewalt
Nach Schätzungen des spanischen „Instituts für Frauen“ kamen zwischen 2000 und 2004 in Spanien 309 Frauen infolge der Gewalt ihres Ehemannes, Lebensgefährten oder Ex-Partners zu Tode. Allein im Jahr 2003 wurde alle vier Stunden Gewalt gegen eine Frau ausgeübt. 2005 fielen drei von 10 Tötungsdelikte in die Kategorie “geschlechtsbezogene Gewalt”, 63 Frauen wurden von ihren Ehegatten getötet.
Um diese Entwicklung aufzuhalten, wurde im Juni 2004, kurz nach Amtsantritt des sozialistischen Regierungschefs José Rodriguez Zapatero, ein „Gesetz gegen Gewalt in der Ehe und sexuelle Gewalt“ verabschiedet, das neue Schutzmaßnahmen für weibliche Opfer von Misshandlungen beinhaltet. 430 Richterstellen werden geschaffen, die sich eigens mit der Gewalt gegen Frauen beschäftigen werden. Auch soll sich ein Staatsanwalt mit der geschlechtsspezifischen Gewalt befassen. Er könnte bei einschlägigen straf- und zivilrechtlichen Fällen eingreifen.

Deutschland – Gewalt auch am Arbeitsplatz
Die Studie zur Lebenssituation, Sicherheit und Gesundheit von Frauen in Deutschland aus ergab im Jahr 2004, dass 37 Prozent der Frauen physische und 13 Prozent sexuelle Gewalt durch Familienmitglieder, Ehe- und Lebenspartnern ausgesetzt sind. Doch auch an Universität und Arbeitsplatz sind Frauen Gewalt ausgesetzt. 16 Prozent der Befragten gaben an, dort Gewalt erfahren zu haben. Genau wie in Italien weigern sich die Frauen, die Tat bei der Polizei zu melden. Nur zwölf Prozent der Frauen suchte ärztliche Hilfe auf, fast die Hälfte Verletzungen getragen hattte. Nur 8 Prozent schalteten die Polizei ein.

Polen – Schläge in der Ehe
Nach Angaben der polnischen Polizei wurden im letzten Jahr 150 000 Bürger Opfer häuslicher Gewalt. Bei der überwiegenden Mehrheit der Opfer handelte es sich um Frauen. Fünf der vom Sozialforschungszentrum CBOS befragten Frauen gaben an, regelmäßig unter der Gewalt ihrer Partner zu leiden. Sechs Prozent gaben an, diese Erfahrung „ein- oder zweimal “ gemacht haben. Die Schläge kommen mit der Eheschließung – verschiedene Studien bestätigen, dass verheiratete Frauen wesentlich häufiger Opfer häuslicher Gewalt werden.

Warum der 25. November an den Kampf für die Frauenrechte erinnert

25. November 1960: Die vier Schwestern Minerva, Patria, und Maria Teresa Mirabal werden von den Sicherheitskräften des Diktators Rafael Trujillo in der Dominikanischen Republik getötet. Sie galten als Gegnerinnen des faschistischen Regimes
1981: In Erinnerung an die beiden Schwestern ernennt die feministische Bewegung Lateinamerikas den 25. November zum “Internationalen Tag gegen die Gewalt gegen Frauen”.
1999: Die Vereinten Nationen taufen den Tag in “Internationalen Tag für die Bekämpfung der Gewalt gegen Frauen” um.

Aktivitäten der UNO Die UNO definiert Gewalt gegen Frauen als “jeden geschlechtsbezogenen Akt der Gewalt, der zu einen physischen, sexuellen oder psychischen Schaden oder Leiden der Frauen führt“.

Einer der internationalen Maßnahmen zum Schutz der Frauenrechte ist die Konvention der Vereinten Nationen zur Bekämpfung jeder Form von Diskriminierung gegenüber Frauen. Von den Vereinten Nationen stammen auch die aktuellsten Daten zu diesem Thema.

Am 10. Oktober 2006 hat die UNO einen Bericht über physische, sexuelle und psychische Gewalt gegen Frauen sowie über Genitalverstümmelungen veröffentlicht. Die erhobenen Daten bestätigen, dass eine von drei Frauen zumindest einmal in ihrem Leben Erfahrungen mit Gewalt gemacht hat. 192 Mitgliedsstaaten der Vereinten Nationen haben keine rechtliche Grundlage, die zu einer Bestrafung der gewalttätigen Männer führen könnte und nur 89 Staaten verfügen über Gesetze zum Schutz gegen häusliche Gewalt. In Australien, Kanada, Israel, Südafrika und den Vereinigten Staaten wurden zwischen 40 und 70 Prozent der weiblichen Opfer tödlicher Gewaltverbrechen von ihrem Ehemann oder ihrem Liebhaber getötet. Den Morde war häufig sexuelle Gewalt vorausgegangen.

Die Situation in Europa
Eine in Schweden, Deutschland und Finnland durchgeführte Untersuchung bestätigt, dass 30 -35 Prozent der Frauen zwischen 16 und 67 Opfer physischer und sexueller Gewalt werden. Aber trotz eines Votums des Europarates im Jahr 2002 sind die europäischen Staaten das Problem noch nicht angegangen. Das hat die Europa-Abgeordneten im Februar 2006 dazu bewogen, die Mitgliedstaaten aufzufordern, größere Unnachgiebigkeit gegenüber allen Formen der Gewalt gegen Frauen zu zeigen und Präventionsmaßnahmen einzuleiten, in denen auf die Notwendigkeit einer Bestrafung für Vergewaltigung in der Ehe, bei Ehrdelikten und Genitalverstümmelungen hingewiesen wurde.